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Controlling – Den Kostenfressern auf der Spur (Teil 11)

Oder wie ermittelt man seine Kostentreiber?
Im Grunde genommen ist das gar nicht so schwer. Sofern die Datenbasis stimmt. Das Thema Datentransparenz wurde aber schon abgehandelt, so dass wir uns nun direkt dem Thema „Kostentreiber“ zuwenden können.

Die erste Frage die wir uns stellen müssen ist, was sind Kostentreiber überhaupt? Ich definiere das wie folgt. Kostentreiber sind Fahrzeuge die deutlich mehr Kosten verursachen als notwendig.

Beispiel:
Fahrzeug X hat einen Kraftstoffverbrauch von 9,5 Liter/100 km. Gemäß Herstellervorgabe liegt der Verbrauch bei 6,5 Liter/100 km. Gut das muss nicht umbedingt was heissen, denn die Hersteller geben gerne Verbräuche an, die in der Praxis kaum einzuhalten sind. Wenn aber nun 10 Fahrzeuge des gleichen Modells unter gleichen Einsatzbedingungen im eigenen Fuhrpark nun 2 Liter auf 100 km weniger verbrauchen als das Fahrzeug X, dann handelt es sich wohl um einen Kostentreiber.

Die Schwierigkeit liegt darin, Fahrzeuge vergleichbar zu machen. Bei variablen Fahrzeugkosten, wie beispielsweise den Reparatur- und Wartungskosten, ist es sinnvoll den Wert in Cent/km als Kennziffer zu nehmen. Denn die Reparaturkosten hängen zum größten Teil von der gefahrenen Laufleistung ab. Zweckmässigerweise würde man aber sicherlich keinen LKW mit einem Kleinwagen vergleichen. Also muss hierbei auch eine entprechende Gruppierung erfolgen.

Ist das nun geschafft, so ist es ein Kinderspiel die teuren Fahrzeuge aufzuspüren. Hier mit Hilfe einer Ausreißeranalyse (erstellt mit der Fuhrparksoftware Fleet³Office):

Durch die stufenweise Darstellung erkennt man schnell, dass die ersten beiden Fahrzeuge links im Diagramm, deutlich höhere Cent/km-Kosten aufweisen als der Rest.

Von der Grobanalyse zur Feinanalyse.
Die Kostentreiber zu kennen ist die eine Seite. Die Frage ist aber warum waren diese Kosten so hoch?

Stellen wir uns einfach einmal vor, dass das Fahrzeug X bisher recht hohe Reparaturkosten verursacht hat. Diese Information allein bringt uns jedoch noch keinen wirklichen Nutzen. Es ist bisher lediglich eine Information. Wenn Sie nun aber den Reparaturverlauf des Fahrzeugs kennen, so sind Sie schnell in der Lage etwas gegen die hohen Kosten zu tun.

In unserem Beispiel stellen wir fest, dass die Bremsen inkl. Bremsscheiben alle 20.000 km bei einer freien Werkstatt erneuert wurden. Welche Ursachen könnte es hierfür geben?

A: Die Werkstatt zockt Sie ab
B: Der Fahrer ist ein Heißblut
C: Das verbaute Material hat eine schlechte Qualität

Um die Sache nun näher zu beleuchten, sollten Sie weitere Analysen durchführen.
Sind die Reifenkosten zu hoch, Ist der Kraftstoffverbrauch zu hoch, hatte der Fahrer schon einmal einen Eigenschaden… Mit diesen Analysen erkennen Sie schnell, ob evtl. der Fahrer Schuld an der Misere hat.

Die Reparatur- und Wartungskosten zu analysieren ist eine recht schwierige Aufgabe die auch Erfahrung benötigt. Mit der Ausreißer-Analyse erhält man aber schon ganz gute Ergebnisse. Ein erfahrener Fuhrparkmanager wird schon anhand des Fahrzeugalters, des Kilometerstands einschätzen können, ob die Kosten im Rahmen sind, oder nicht. Dazu werde ich aber einen extra Artikel schreiben.

1 comment…
  • chris 10. April 2009, 17:17

    ja das einfache Rechnen ist nur ein kleiner Teil der Controllingarbeit. Die Analyse und die Beantwortung der Fragen, wieso, warum, weshalb sind viel komplexer als man denkt. Ein sehr schönes Beispiel hier. Wäre eine gute Prüfungsaufgabe 😉

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