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Geschichten, die nur der Fuhrpark schreibt: In der Höhle des Löwen! [Teil 7]

Punkt 10.00 Uhr! Herr Fleig steht vor der Bürotür seines Chefs und klopft an. Ein wenig nervös ist er dabei schon. Wird Herr Sander von meinem Vorschlag überzeugt sein? Wie beurteilt er den erstellten Fuhrparkbericht? Denn so richtig zufrieden mit dem Fuhrparkbericht bin ich ja selber nicht, rauscht es ihm durch den Kopf. Die Zahlen sind irgendwie hingeschummelt.

„Herein“, ruft es ihm mit tiefer Stimme entgegen.
„Guten Morgen Herr Fleig, setzen Sie sich. Was machen Ihre Baustellen? Haben Sie ihre Hausaufgaben erledigt?“ In diesem Moment kommt sich Herr Fleig wie ein kleiner Schuljunge vor. Das Wort „Hausaufgaben“ versetzt  ihn unmittelbar wieder in seine Schulzeit zurück.

„Ja, soweit es mir in der kurzen Zeit möglich war, habe ich die Aufgaben erledigt“, antwortet Herr Fleig und drückt dem Chef den Fuhrparkbericht selbstbewusst in die Hand. Dieser runzelt kurz die Stirn, als er auf das Deckblatt schaut: Fuhrparkbericht vom 01.01.2013- 25.07.2013.

Herr Fleig, haben Sie denn alle in Ihrem Urlaub liegengebliebenen Rechnungen schon bearbeitet?“
„Nein
, das habe ich leider noch nicht geschafft“, antwortet Herr Fleig.

Dann können Sie Ihren Fuhrparkbericht aber vergessen. Dort fehlen ja dann diese noch offen stehenden Rechnungen. Und vermutlich sind auch noch nicht alle Rechnungen von den Lieferanten bis zum 25.07.2013 eingegangen. Es wäre sinnvoller gewesen, Sie hätten mir einen Halbjahresbericht erstellt.

Mist, denkt sich Herr Fleig, und kommt sich nun doch ziemlich dumm vor. Normalerweise passiert ihm das nicht.
„Das habe ich vor lauter Stress nicht bedacht“, gibt Herr Fleig kleinlaut zurück.

Herr Sander schlägt den Fuhrparkbericht auf und bekommt große Augen:
„Ist unser Fuhrpark wirklich so teuer? Das sind ja 762.453 Euro. Wie teuer war denn der Fuhrpark im Vorjahreszeitraum?“

„Leider weiß ich nicht, wie hoch die Kosten im Vergleich zum Vorjahr waren, das müsste ich noch auswerten. Aber es liegt bestimmt an den Kraftstoffpreisen! Ein paar Unfälle hatten wir auch. Gerade durch den strengen Winter …“

Herr Sander unterbricht Herrn Fleig: „Das Reporting macht so keinen Sinn. Die Unfallkosten sind laut dem Bericht sehr niedrig und Sie sagen mir, dass wir in diesem Winter ziemlich viele Schäden hatten?“

Herr Sander blättert weiter und schaut sich nun den Kraftstoffreport an. „Wieso verbraucht der Passat von Herrn Sigrist 12,49 Liter auf 100 km? Das kann doch nicht sein, oder?“

„Ähm“, antwortet Herr Fleig kleinlaut: „Ich vermute, das liegt an den Kilometerständen. Die sind nicht bei allen Fahrzeugen ordentlich hinterlegt, sodass ich dort teilweise schätzen musste. Teilweise geben die Fahrzeugnutzer falsche oder gar keine Kilometerstände beim Tanken an, das verfälscht dann die Zahlen. Selbst bei unseren Leasingfahrzeugen, die von unseren Leasinggebern verwaltet werden, scheinen die Kilometerstände nicht immer plausibel.“

„Auf jeden Fall können wir mit diesen Zahlen nichts anfangen“, entgegnet Herr Sander. „Wir wissen nicht, warum die Kosten so hoch sind. Wir wissen eigentlich nur, dass man den Zahlen nicht trauen kann.“ 

„Deswegen habe ich mir auch sehr viele Gedanken zu unserem Fuhrpark gemacht, Herr Sander. Ich habe dazu auch bereits mit der IT-Abteilung gesprochen und mich im Internet schon etwas schlauer gemacht. Wir benötigen eine spezielle Fuhrparksoftware, die in der Lage ist, unsere Verwaltung zu vereinfachen und gleichzeitig ein ausgeklügeltes Berichtswesen enthält. Diese selber zu programmieren wäre allerdings zu teuer, sagte mir der IT-Leiter. Aber es gibt einige Anbieter am Markt, die so etwas anbieten.“

„O.k Herr Fleig, dann machen Sie sich weiter schlau. Denn so darf das zukünftig auf jeden Fall nicht mehr laufen! Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und sehen Sie zu, dass Sie die offen stehenden Rechnungen noch abarbeiten. Sobald es was Neues zur Fuhrparksoftware gibt, geben Sie mir bitte Info. Damit wir das Thema endlich vom Tisch bekommen. „

 

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