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Effizienz rauf = Motivation runter?

Diese Frage beschäftigt mich seit dem ich auf einen Artikel mit folgender Headline aufmerksam gemacht wurde: Mitarbeiter mit GPS überwacht — Abmahnung für Spedition

Ein Betriebsrat zog vor Gericht, um die Überwachung der Mitarbeiter via Bordcomputer zu unterbinden und bekam in diesem Fall Recht. Nun geht es mir aber weniger um den rechtlichen Aspekt, sondern vielmehr um die Frage: Wie viel Technik tut dem Unternehmen wirklich gut? Aus dem Artikel sticht eine Textstelle hervor, aus der die Unzufriedenheit der Mitarbeiter deutlich herauszulesen ist:

Doch die Technik-Faszination ist im Alltagstrott schnell verblasst. Heute wollen die Mitarbeiter davon nichts mehr wissen. „Die Dinger müssen abgeschaltet werden“, hieß es von Seiten des Betriebsrates im Prozess. „Weil die Leute damit überwacht werden.“

Puverfass „Telematik“

Hier scheint sich ein echtes Pulverfass aufgetan zu haben und man stellt sich automatisch die Frage wie es denn dazu kommen konnte? Richtig angewendet, sollten die Bordcomputer für Motivation und sinkende Kraftstoffkosten sorgen. Das scheint in dem Fall ziemlich schief gelaufen zu sein, zeigt aber auch gleichzeitig die Problematik des technischen Fortschritts. Je mehr technische Hilfsmittel zur Überwachung der Fahrzeuge und Mitarbeiter eingesetzt werden, umso sensibler sollte man mit den Mitarbeitern umgehen.

Faszinierend ist die Technik auf jeden Fall. Jeder Fahrzustand, jede Bewegung des Gaspedals, jede Verzögerung und vieles mehr, lässt sich heutzutage genau analysieren. Ganze Foren beschäftigen sich mit der Technik und deren Analysen. Aber wie das oben genannte Beispiel zeigt, keimt bei den Fahrern und Betriebsräten schnell die Frage auf: Wird nun eigentlich das Fahrzeug oder eher der Fahrer überwacht. Und wieviel Überwachung ist erlaubt?

Viel hilft viel?

Verstehen Sie mich nicht falsch, solche Telematikeinrichtungen können durchaus Ihre Berechtigung haben. Und sicherlich lässt sich damit auch die Fahrweise verbessern. Die Frage ist aber, wie setzt man diese Geräte  ein, um die Fahrer nicht zu demotivieren? Deshalb auch die Fragestellung: Wie viel Technik tut dem Unternehmen wirklich gut? Die Antwort kann eigentlich nur lauten, so wenig wie nötig und nicht soviel wie möglich. Ansonsten schlägt ein positiver Ansatz sich auch schnell mal ins Gegenteil über.

Das Allerwichtigste dabei ist, dass man seine Mitarbeiter vor der Investition mit ins Boot holt und genau erklärt was überwacht werden soll und welchen Vorteil der Fahrer und das Unternehmen dabei hat.

 

 

 

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