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Fuhrparktreff.de

Echtes Fuhrparkmanagement beginnt in Ihrem Haus

Viele Unternehmen haben durch das Outsourcing Ihr Know-how verloren. Das Schlagwort Full-Service Leasing war schnell in aller Munde. Es klingt ja zunächst auch ziemlich viel versprechend. Man zahlt eine Rate und man braucht sich um nichts mehr zu kümmern. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus. Denn die eigentliche Verantwortung lässt sich nicht auslagern. Denken Sie hier nur einmal an die gesetzlich vorgeschriebenen Termine, bei der der Halter schnell zur Verantwortung gezogen werden kann.

Auch der oft genannte Vorteil, dass die Kosten beim Fullservice-Leasing genau kalkulierbar sind, ist so meiner Meinung nach nicht richtig. So fallen hier und dort immer wieder nichtkalkulierbare Kosten an. Wie beispielsweise Rückgabeschäden oder nicht in der Rate enthaltene weitere Kosten. Eine Fullservice-Rate ist im Grunde nichts anderes als der Versuch das  Risiko an die Leasinggesellschaft abzutreten. Diese Risikoabtretung gibt es natürlich nicht umsonst, so dass der Leasinggeber hier mit entsprechenden Risikoaufschlägen arbeiten muss.

Das macht die Rate letzendlich auch nicht billiger. Viele Unternehmen befinden sich in einem regelrechten Abhängigkeitsverhältnis zur Leasinggesellschaft. Durch die Auslagerung haben die Leasinggesellschaften das Ruder mehr oder weniger in die Hand genommen. Oft geht dies gar soweit, dass man selbst Teile des eigentlichen Controllings an den Leasinggeber ausgelagert hat. Man bekommt die Berichte dann von den Leasinggesellschaften geliefert. Auf die Qualität der Zahlen hat man aber keinen Einfluß. Problematisch ist auch, wenn man mit mehreren Gesellschaften zusammenarbeitet und die Daten für ein anständiges Controlling wieder zusammenführen muss.

Hat man erstmal seinen Fuhrpark in Form von „Fullservice“ ausgelagert, so fällt der Schritt zurück natürlich schwer. Denn ohne das notwendige Know-how wird man kaum in der Lage sein, die Kosten selbst zu senken. Und so bleibt man dann lieber beim Fullservice-Angebot. Dies kann aber in der Zukunft ein echtes Problem werden. Denn der Markt sondiert sich stark, so dass am Ende nur noch wenige Leasinganbieter um die Gunst der Kunden kämpfen müssen. Die Folge daraus dürfte klar sein, die Leasingraten werden weiter ansteigen und der Fullservice-Kunde ist diesem Szenario hoffnungslos ausgeliefert.

Es gibt nur eine Möglichkeit diesem Szenario zu entgehen: Die Finanzierung strikt vom Management zu trennen, die eigentliche Management-Aufgabe wieder aktiv zu übernehmen und langfristig zu denken.

2 comments…
  • Axel Schäfer 19. Oktober 2009, 18:53

    Ergänzende Anmerkung zum Beitrag:

    1. FuhrparkMANAGEMENT kann man nicht „outsourcen“. Management sind hoheitliche Aufgaben (planen, steuern, delegieren, kontrollieren).

    2. Outsourcing ist ein Kunstwort. Es kommt aus dem Englischen von: Outside-Ressource-Using. (Nutzung externer Ressourcen).

    3. Leasing und Full-Service-Leasing hat damit nur sehr bedingt zu tun. Allerdings ist die Krux, das im Prinzip ein vollständiges Outsourcing in Deutschland kaum angeboten wird. Dies würde alle Aufgaben des Fuhrparkmanagement (im Sinne der Ausführung der erforderlichen Aufgaben) bedürfen.

    4. Ansonsten ist es natürlich richtig, dass alle eingesetzten Mittel sorgfältig objektiv geprüft werden müssen.

    Gruß
    Axel Schäfer
    SCHÄFER & PARTNER GmbH

  • Claus Juchum 21. Oktober 2009, 11:09

    Hallo Herr Schäfer,

    Danke für Ihren Kommentar.
    Natürlich haben Sie prinzipiell Recht, dass man Management-Aufgaben nicht auslagern kann. Doch in der Praxis wird dies oftmals gemacht. Teilweise wurde schon viel zu viel delegiert. Nehmen wir hier beispielsweise mein Lieblingsthema „Fuhrpark-Controlling“. Ist es nicht so, dass hier beispielsweise der Leasinggeber die Daten vorgibt. Das heißt, dieser erfaßt die Daten und gibt diese dann in Form von Berichten an den Leasingnehmer weiter. Der Leasingnehmer kann nun anhand dieser Zahlen Entscheidungen treffen. Aber das Controlling fängt nunmal viel früher an, nämlich bei der Datenerfassung. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Trau nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast“. Und gerade bei der Datenerfassung kann man eben Zahlen gut oder schlecht aussehen lassen. Aber auch im Reporting kann man Zahlen recht einfach manipulieren. Zum Beispiel durch Ausblenden bestimmter Kostenarten.

    Für ein objektives Management braucht man eigenes Zahlenmaterial über den Gesamtfuhrpark. Ansonsten macht man sich eher zum Spielball, Dritter.

    Der Begriff „Fuhrparkmanagement“ wird mittlerweile so weitläufig benutzt, dass es keine richtige Definition mehr zu geben scheint. So hat selbst eine Lackierfabrik diesen Begriff für sich entdeckt (Car Fleet Management). Was Unfallreparaturen damit zu tun haben, hat sich mir selber noch nicht erschloßen.

    In diesem Blog finden Sie auch einen Beitrag „Fuhrparkmanagement und Outsourcing“. Damals erhielt ich eine E-Mail, von einem Unternehmen, dass den Fuhrpark wieder Inhouse verwalten will, da die Kosten explodiert sind. Nur leider fehlte hier dann das entsprechende Know-how.

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