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Co2 basierende Car-Policy

Immer öfters liest man von Unternhmen die eine Co2 basierende Car-Policy umsetzen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil eine Fahrzeugflotte mit geringem Schadstoffausstoß kommt allen zu Gute.

Mit Bonus-Malus System zum Erfolg?

Nun gibt es bei einigen Unternehmen auch Überlegungen, bezüglich eines Bonus-Malus Systeme anhand des Co2-Ausstoßes:
Dabei werden die Fahrer „belohnt“, welche sich Fahrzeuge mit niedrigem Co2-Ausstoß aussuchen. Und es werden die Fahrer „bestraft“, welche den vorgegebenen CO2 Grenzwert überschreiten. Das hört sich im ersten Augenblick auch sehr vernünftig an.

Aber meiner Meinung nach greift diese Strategie viel zu kurz.

Warum?

  1. Die Angaben über die CO2-Ausstöße der Fahrzeuge sind mit Vorsicht zu genießen. Der auf dem Rollenprüfstand ermittelte Verbrauch unter optimalen Testbedingungen, hat mit dem realen Kraftstoffkonsum nur wenig zu tun. Die Hersteller sind heute in der Lage das Fahrzeug so abzustimmen, dass der Verbrauch im vorgegebenen Prüfzyklus möglichst niedrig ausfällt.
  2. Der Fahrer selbst nimmt auf den Kraftstoffverbrauch erheblichen Einfluß. Wer sich schonmal näher mit den Kraftstoffverbräuchen seiner Fahrzeugflotte beschäftigt hat, wird wahrscheinlich feststellen, dass es Fahrer gibt die weit über dem ECE-Verbrauch liegen und andere die trotz identischem Fahrzeug an die Werte herankommen. Der Unterschied zwischen einer kraftstoffsparenden Fahrweise und einem „Heizer“ können schnell mal 30% und mehr ausmachen.

Was bedeudet das in der Praxis?
Meiner Ansicht nach bringt es nicht viel auf ein Bonus-Malus System zu setzen, was auf Verbräuche beruht die realitätsfremd sind. Viel nachhaltiger und fairer ist es, ein Bonus-Malus-System einzusetzen, welche sich am tatsächlichen Verbrauch und der Fahrweise des Fahrers richtet. Dazu müsste man dann die Verbräuche der Fahrzeuge messen und die Fahrer belohnen die kraftstoffsparend unterwegs sind. Dies schließt dann auch die Auswahl eines verbrauchsarmen Fahrzeugs mit ein. PKW mit einem tatsächlichen Verbrauch größer 8 Liter könnten dann beispielsweise auch sanktioniert werden.

Diese Vorgehensweise hat viele Vorteile:

  • Fahrer werden sensibilisiert – treten oft sogar gegeneinander freiwillig in den Spritspar-Wettbewerb
  • Die Tatsache dass der Kraftstoffverbrauch von der Unternehmensführung geprüft wird, sorgt oft schon für Einsparungen
  • Die Fahrer beziehen bei der nächsten Kaufentscheidung den tatsächlichen Spritverbrauch mit ein

Was nützt ein Fahrzeug das auf dem Papier einen Verbrauch von 4,5 Liter hat und derFahrer dann mit gutem gewissen das Gaspedal immer bis zum Anschlag durchtritt, die Klima ständig mitlaufen lässt und nie den Luftdruck prüft.

Was ich auch schon gelesen habe ist, dass Fahrer welche ein verbrauchsarmes Fahrzeug wählen, mehr Sonderaustattung dazubestellen können. Das sollte man gut hinterfragen, denn Sonderaustattung bedeudet in der Regel wieder höherer Verbrauch durch Gewicht und/oder höherer Stromverbrauch.

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